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Neuer Börsenrat unterstützt EPEX SPOTS Maßnahmen gegen betrügerische Aktivitäten

Mitglieder äußern Bedenken gegen Elbas-System als europäische Lösung für einen integrierten Intraday-Markt

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21.06.2012

Leipzig, Paris

Leipzig/Paris, 21/06/2012 – In seiner konstituierenden Sitzung kürten die Mitglieder des neu gewählten Börsenrats Peter Heydecker, Head of Origination Gas & Power bei Vitol, zum Vorsitzenden des Börsenrats. Darüber hinaus wählten sie Pierre Chevalier, DB Energie, Dr. Michael Redanz, MVV, und Dr. Bernhard Walter, EnBW Trading, zu seinen Stellvertretern. Vincent van Lith, BHF Bank, wurde als Vertreter der Clearing-Banken berufen. Der Rat entschied sich ebenso für folgende permanente Gäste: Nicolas Barbannaud, EDF Trading, Christian Triol, Compagnie Nationale du Rhône, sowie Prof. Jan-Horst Keppler, Université Paris-Dauphine, als wissenschaftlichen Berater.

Die Handelsüberwachungsstelle berichtete von Versuchen von Umsatzsteuer-Betrügern, den Strommarkt für ihre illegalen Zwecke zu missbrauchen. Infolge dessen verabschiedete der Börsenrat mehrere Änderungen des Verhaltenscodex, um die Börse stärker vor solchen Betrugsversuchen zu schützen. Der Rat ruft die Handelsteilnehmer der Börse zur Wachsamkeit auf, um zu vermeiden, dass sie unwillentlich in Karussellgeschäfte eingebunden werden, die Umsatzsteuerbetrug zum Ziel haben.

Die Maßnahmen, die die Börse ergreift, um solches Fehlverhalten zu bekämpfen, können jedoch nicht auf sämtliche Transaktionen auf dem Strommarkt angewandt werden, da Handel auch außerbörslich stattfindet. Der Börsenrat unterstützt EPEX SPOT, zusammen mit anderen Akteuren des europäischen Stromhandels, in der Forderung, das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren für Umsatzsteuer im Stromhandel EU-weit einzuführen, so wie bereits in Frankreich und den Niederlanden geschehen. Dabei wird die Umsatzsteuerpflicht vom Verkäufer auf den Käufer übertragen, so dass das Abführen der Steuer an das Ende der Steuerkette verlegt wird; auf diese Weise schwindet jegliche Möglichkeit für Betrüger, Umsatzsteuer beim Käufer einzufordern und sie anschließend dem betroffenen Staat zu unterschlagen. Dies würde die Sicherheit im gesamten Rohstoffhandel deutlich erhöhen. Die Mitglieder des Börsenrats unterstützen diese Initiative mit Nachdruck.

Der Börsenrat erörterte die derzeit diskutierte Einführung einer verbesserten Version des Systems für kontinuierlichen Handel Elbas auf EPEX SPOTs Intraday-Märkten im Rahmen des europäischen Zielmodells, wie es in den Framework Guidelines der Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierer (ACER) beschrieben wird. Das Zielmodell sieht ein so genanntes Gemeinsames Orderbuch vor, das grenzüberschreitenden Handel und eine europäische Lösung für einen integrierten Intraday-Markt ermöglicht. Die deutsch-französischen Intraday-Märkte von EPEX SPOT, betrieben mit dem System für kontinuierlichen Handel ComXerv, auf welchem 86 % der börslich gehandelten Volumina in Zentralwesteuropa und den nordischen Staaten in den vergangenen drei Monaten verzeichnet wurden, sind bereits hochentwickelt. Vor diesem Hintergrund äußerte der Rat deutliche Bedenken gegen die Migration zu einer verbesserten Version von Elbas, solange nicht bewiesen ist, dass sie reibungslos eingeführt werden kann und sämtliche Systemleistungen und Funktionalitäten garantiert sind. Die Mitglieder des Börsenrats schlugen einen Vergleich der beiden Handelssysteme, Elbas und ComXerv, hinsichtlich Zuverlässigkeit, Leistung, Funktionsumfang, Kosten und Dauer der Implementierung vor, um sicherzustellen, dass die Wahl auf die beste verfügbare Lösung fällt.

Der Börsenrat wurde über den Ablauf der zweiten Auktion in Kenntnis gesetzt, die ausgelöst wird, wenn der Markt nicht geräumt werden kann oder Preisgrenzen erreicht werden. Der Börsenrat schlägt vor, eine Gruppe aus Marktteilnehmern zu bilden, die das Bewusstsein für Verbote während der zweiten Auktion steigert und EPEX SPOT bei der Verbesserung seiner Regeln und Systeme unterstützt.

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Der Börsenrat der EPEX SPOT ist ein offizielles Börsenorgan. Die 16 Mitglieder und fünf permanenten Gäste bilden die Vielfalt der Wirtschaftskreise und Unternehmensprofile unter den Börsenmitgliedern angemessen ab: Sie umfassen Stromhandelsunternehmen, Übertragungsnetzbetreiber, Regionalversorger, Broker und Finanzdienstleister sowie gewerbliche Verbraucher und Vertreter der Wissenschaft. Die Aufgaben des Börsenrats umfassen insbesondere die Verabschiedung der Börsenordnung und des Verhaltenskodex von EPEX SPOT sowie dessen Änderung. Der Börsenrat gibt seine Zustimmung zu neuen Handelssystemen, Kontrakten und Marktgebieten. Überdies genehmigt er auch die Ernennung des Leiters der Handelsüberwachungsstelle. Der Börsenrat trifft sich vierteljährlich.

EPEX SPOT SE betreibt die Strom-Spotmärkte für Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz (Day-Ahead und Intraday). Diese Länder machen zusammen mehr als ein Drittel des europäischen Stromverbrauchs aus. EPEX SPOT ist eine Gesellschaft europäischen Rechts (Societas Europaea) mit Sitz in Paris und einer Niederlassung in Leipzig. 314 TWh wurden im Jahr 2011 an den Strommärkten der EPEX SPOT gehandelt. Derzeit sind 201 Teilnehmer zum Handel an EPEX SPOT zugelassen.

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Pressemitteilung PDF 525,8 kB
 
 

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